»Frühlingsblick«

Mit einem fulminanten Konzert begeisterten wir am 28.2.2016 über 200 Zuhörer in der Konkordienkirche Mannheim. Unser Dirigent Tristan Meister hatte für das diesjährige Programm »Frühlingsblick« vier- bis sechzehnstimmige Werke aus der Romantik und der Moderne ausgewählt, darunter einige sehr bekannte, aber auch recht unbekannte Stücke. Zu den letzteren gehört sicher das vierchörige »Hora Est« von Felix Mendelssohn, ein groß angelegtes Frühwerk des Komponisten, das in diesem Kirchenraum sehr gut zur Geltung kam. Zwei weltliche Stücke, »Frühzeitiger Frühling« und »Jagdlied« von Mendelssohn bildeten Beginn und Schluss des Programms. Ein besonderer Schwerpunkt des Programms war der Komponist Max Reger, dessen Todestag sich 2016 zum einhundertsten Mal jährt. Das titelgebende Werk »Frühlingsblick« wurde ebenso dargeboten wie das Volkslied »Es waren zwei Königskinder«, sowie ein Frauen- und Männerchorstück. Ein Höhepunkt des geistlichen Teils des Programms war sicherlich »Liebe, dir ergeb ich mich« von Peter Cornelius. Dieses Stück teilt mit dem bekannten Kirchenlied zwar den Text, ist jedoch eine freie Komposition über den Text von Johann Scheffler, dessen unterschiedlichen Strophen eindrucksvoll vertont sind.

Die Moderne war im Programm durch die Mahler-Bearbeitungen von Clytus Gottwald vertreten. Deren orchestrale Einrichtung passte hervorragend zu unserem Ensemble, das diesmal aus fast 60 Sängerinnen und Sängern aus ganz Deutschland bestand. Die weltliche Kammerkantate »Un soir de neige« von Francis Poulenc führte das Publikum wieder kurzzeitig zurück in den Winter. Die surrealistischen Texte von Paul Éluard, geprägt vom Entstehungsjahr 1944, beschreiben voll Dramatik in teils grotesken Bildern winterliche Eindrücke, die mit Tod und Verderben assoziiert werden. Zum Ende des Konzerts präsentierten wir drei Sätze aus einem recht unbekannten Werk von Benjamin Britten, dem Zyklus »A.M.D.G.« Obwohl 1939 erstanden, wurde dieses Werk ursprünglich von Britten zurückgezogen und nicht veröffentlicht; erst 1984 wurde es wieder aufgeführt. Es basiert auf Gedichten von Gerard Manley Hopinks aus viktorianischer Zeit, die sich durch experimentelle Formen auszeichnen. Am eindrucksvollsten war wohl »The Soldier«, eigentlich eine Verherrlichung soldatischer Pflichterfüllung, die von Benjamin Britten als Marschparodie in den Kontext der Zeit gesetzt wurden.

Nach begeistertem Applaus und Standing Ovations verabschiedeten wir unser Publikum mit dem »Abendlied« von Josef Gabriel Rheinberger.